Verlauf der gemeldeten Covidfälle

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Stand am Buß- und Bettag, Mittwoch 2021-11-17:

Im Diagramm der akuten Kölner Fälle habe ich die Obergrenze der von Anfang an unveränderten Skalierung jetzt im Dezember 2021 von 10 000 auf 32 000 anheben müssen. Die Kölner Krankenhauszahlen zeigen möglicherweise auch die Wirkung einer Triage. Während im letzten Jahr, wie für Universitätskliniken in Metropoloen üblich, auch Patienten aus dem Umland und Anfangs selbst Italien aufgenommen wurden, liegen dort heute nach Aussage der Verwaltung nur noch Kölner.

In der zweiten Novemberhälfte wird jetzt auch ein schwacher Anstieg der Kölner Krankenhausfälle sichtbar. Der sehr langsame Anstieg überrascht. Wenn durch die Impfung ein viel kleinerer Anteil der Infizierten schwer erkrankt, ist das im logarithmischen Diagramm eine Parallelverschiebung nach unten. Die Steigungen aller Kurven sollten, zeitlich leicht verschoben, genau gleich sein. Offensichtlich sehen wir, deutlich schwächer auch bei den bundesweiten Sterbezahlen, eine massive Verschiebung der Infektionen in weniger vulnerable Altersgruppen. Das ist der Übergang in die endemische Phase, der in zahlreichen Ländern nahezu abgeschlossen ist, in Deutschland aber ganz am Anfang steht. Bei uns kommt die eigentliche Welle jetzt erst, andere sind durch und stehen schon im Wiederaufschwung.

Rückblick: Ich schrieb schon am 2021-05-01: „Die zweite Welle rollt gerade an und diesmal wird sie nicht zu stoppen sein.“ Auf die Lügen, Beschönigungen und Untätitigkeit den ganzen Sommer 2020 über habe ich immer wieder hingewiesen, auf den planlosen Aktionismus ohne Rücksicht auf die Folgen und Kosten auch. Und schon am 2021-03-28 schrieb ich: „Der vorsätzlich provozierte Wirtschaftszusammenbruch wird unvermeidlich irgendwann das Gesundheitheitssytem, alle seine Zulieferer und alle, die indirekt mit daranhängen, auch mitreißen. Möglicherweise tritt das genau dann ein, wenn die Welle ihren Höhepunkt erreicht und wir es am dringensten brauchen.“

Oktober 2021:

Die Kölner Zeitungen faseln wieder von „sprunghaften Anstiegen“. Dabei sehen wir nichts als einen ganz normalen exponentiellen Anstieg, bei dem naturgemäß nicht nur die absoluten Zahlen sondern auch die Zuwächse ansteigen. Die Journaille hätte jetzt volle zwei Jahre Zeit gehabt, Realschulwissen zu repetieren. In den bundesweiten Todesfällen ist der neue Trend schwach erkennbar, in Kölner Krankenhäusern ist er bis jetzt nicht angekommen.

September 2021:

Bei den Neufällen und den aktiven in Köln scheint ein Höhepunkt überschritten. Die Zahl der Schwererkrankten in den Krankenhäusern und die der bundesweiten täglichen Neu- und Todesfälle scheinen ein Plateau erreicht zu haben. Damit haben letztere gegen meine pessimistische Anahme schon vor Erreichen des bisherigen Maximums die Anstiegsgerade verlassen. Bis jetzt haben wir aber einen warmen Spätsommer und der Einfluß des Winterhalbjahres kommt erst noch.

Vom siebzehnten Juni 2021:

Als isolierter Einzelkämpfer bin ich [angesichts fehlender und verschiegener Daten] an meine Grenze geraten und stelle die Updates dieser Seite heute ein.

Eine Ergänzung doch noch. Heute, genau am 68. Gedenktag für das Eingreifen des Großen Bruders, hat Winston Smith den letzten noch fehlenden Schritt getan. Nicht nur gibt es keine aktuellen Daten mehr, seit heute sind auch die bis gestern seit dem letzten März vollständig fortgeführten Tabellen und Diagramme ersatzlos verschwunden, als habe es sie nie gegeben. Nur wer die Macht über die Vergangenheit und die Erinnerung hat, kontrolliert den Menschen ganz. Noch ist der Besitz eigener Unterlagen nicht wieder verboten. Haben wir ein Auge auf die Agitations- und Propagandamedien, die Vorbereitungen auf diesen logischen nächsten Schritt werden sicher bald anlaufen. Unsere amtierende Kanzlerin hat ihre Ausbildung in genau dieser Abteilung erhalten und ein feines Gespür für genau die richtige Geschwindigkeit der Fortschrittskräfte. Widerstand wie bei der landwirtschaftlichen Kollektivierung ist unerwünscht, seitdem haben die Fachabteilungen erheblich dazugelernt.

Krankenhaus

Inzwischen liegen genug Daten vor, um ab heute, Dienstag 31. März, eine zweite Graphik zu erstellen. Ich zeige hier in logarithmischer Darstellung die täglichen Zahlen der Krankenhaus- und der Intensivpatienten. (Die letztgenannten sind in ersteren enthalten.) Beide Kurven zeigen seit einiger Zeit einen leichten, vermutlich den Impfungen geschuldeten Abfall. Die sehr hohe Inzidenz der jüngeren Altersgruppen dürfte aber trotz geringer Anteile weiter zu hohen Absolutwerten für die Schwererkrankten führen.

Die Datenpunkte zeigen jeweils absolute Anzahlen des jeweiligen Tages. Die Verbindungslinien der jüngsten, stark lückenhaften Daten sind also erste Näherungen für den dazwischenliegenden Verlauf.

Verlauf der Krankenhaus- und Intensivpatienten in Köln

Ganz Deutschland

Seit Mitte September 2020 zeige ich auch die Vergleichswerte für ganz Deutschland. Ab Mitte Juli prägt sich auch für ganz Deutschland der neue Anstieg aus. Darüber, ab wann er erkennbar wurde, mag man diskutieren – seit Anfang August ist er es in jedem Fall. Die Öffentlichkeit erfuhr davon gar nichts, vermutlich weil die Journaille und die talkpräsenten Berufspolitiker noch nie ein logarithmisches Diagramm gesehen haben und es auch nicht zu deuten wissen. Ab dem 4. November ist auch der Trend der Sterbefälle klar und eindeutig genug für eine aussagefähige Regressionsrechnung. Der Wiederanstieg der dritten Welle seit Karneval 2021 ist klar erkennbar, wird zunächst aber nicht separat berechnet.

Seit dem November 2021 zeige ich hier wieder fünf Regressionen:

  1. Den ersten erfolgreichen und vorzeitig abgebrochenen Abfall im April und Mai mit einer Halbwertszeit von 15 Tagen.
  2. Den Wiederanstieg von Tag 143–251, 21. Juli bis 6. November mit Verdoppelung alle 23 Tage.
  3. Der Steilanstieg der täglichen Sterbefälle von Tag 188–291, 4. September bis 16. Dezember mit einer Verdoppelung alle 11 Tage.
  4. Den Wiederanstieg der Sterbefälle seit dem Tag 523, 5. August 2021, und Verdoppelung alle 28 Tage.
  5. Den Anstieg der Neufälle mit (zur Aufwandsminimierung) demselben Starttag. Dadurch fälllt diese Steigung zu niedrig aus.

Der Verlauf ab Ende April 2021 [1] weist zu viele offene Fragen auf, als daß ich ihn zu interpretieren wagte.

Zum Vergleich Neu- und Todesfälle für ganz Deutschland

Alte Werte für Köln

Verlauf der in Köln akut Infizierten

Da es sonst niemand tat, und unsere Qualitätsmedien schon gar nicht, zeigte ich hier ab dem 17. März 2020 den Verlauf der Covid-19 Epidemie für Köln. Meine Datengrundlagen waren die Übersichtsseite des Kölner Stadt-Anzeigers und die der Stadt Köln . Dargestellt ist – als dekadischer Logarithmus – die Zahl der jetzt akuten, positiv getesteten Fälle, also alle jemals Gemeldeten abzüglich der Verstorbenen und abzüglich der als geheilt Entlassenen. Daneben zeige ich vier daraus errechnete Regressionsgeraden:

  1. Der ursprüngliche Trend bis einschließlich Tag 19. Die Verdoppelungszeit von 2.6 Tagen entspricht einem Reff von ca. 2,9[2].
  2. Der Abfall von Tag 36–63, vom 5. April bis 2. Mai. Die Halbwertszeit beträgt ca. 9 Tage und entspricht einem Reff von ca. 0,75.
  3. Den allmählichen Wiederanstieg den ganzen Sommer hindurch von Tag 93 (1. Juni) bis Tag 246 (1. November). Die Verdoppelungszeit von 29 Tagen entspricht einem Reff von ca. 1,10.
  4. Den ab Dezember klar erkennbaren Trend vom 1. November an bis zum Aschermittwoch, 17. Februar = Tag 354. Die Halbwertszeit von 73 Tagen entspricht einem Reff von ca. 0,96.

Es ist ein unaufbereiteter Screenshot meiner alten und einfachen Tabellenkalkulation.

Verlauf der Covid-19 Fälle in Köln

Kölner Neuinfektionen

Ganz zu Anfang, als noch völlig unklar war, wie und wieweit sich die Ausbreitung eindämmen läßt, wurde die Kapazität des Gesundheitssystems als die kritische Grenze angesehen. Deshalb habe ich für meine Statistik von Anfang an die Zahl der gleichzeitig Erkrankten zugrundegelegt. Nachdem die Eindämmung zunächst weit erfolgreicher war, als von irgendjemandem erwartet, ist jetzt die wichtigste Frage die nach einem neuen Ausbruch. Den sieht man deutlich klarer an der Zahl der täglich neu Infizierten. Wegen der sehr starken Schwankungen habe ich den Durchschnitt jeweils der letzten vier Tage als geglättete Kurve dazugezeichnet. Die Regressionsgeraden zeigen die sehr erfolgreiche Eindämmung im April und Mai, die um Mitte Juli die Epidemie lokal hätte besiegt haben können. Stattdessen sehen wir seit Anfang Juni einen absichtlich politisch gemachten, ungebremsten Neuanstieg. Wegen der starken Schwankung der Einzelwerte brauchen wir bei den Neufällen einen längeren Zeitraum, um eine aussagefähige Regression rechnen zu können. Dieser ist inzwischen (25. Okt.) lange erreicht. Die zweite und dritte Gerade beruhen wie die im ersten Diagramm auf der Zeit vom 93. bis 246. Tag und vom 1. November bis zum 17. Februar. Der Abfall nach dem Maximum am 23. April = Tag 420 ist eindeutig falsch. Der mögliche wahre Verlauf steht im nächsten Diagramm.

Zahl der täglichen Neuinfektionen in Köln

Varianten

Die Varianten sind vorbei. Mit dem 23. August 2021 hat die Stadt Köln ganz offiziell deren Erfassung (bis angeblich auf einzelne wenige Stichproben) komplett eingestellt. Das folgende Diagramm wird mit allen Unklarheiten, Widersprüchen und offensichtlichen Fehlern unverändert im letzten Stand weiter stehenbleiben.

Seit Anfang Februar 2021 meldete die Stadt Köln auch die Zahl der gefundenen Varianten aus Großbritannien und Südafrika – natürlich nur als völlig sinnlose Absolutwerte, an denen man direkt gar nichts erkennt. Am 2. März bin ich Tag für Tag zurückgegangen und habe die Zahlen extrahiert. Lücken, vor allem die Wochenenden, mußte ich für die Graphik und die Regression interpolieren, was dank kumulativer Angaben leicht möglich war. Was schon Anfang März auffiel, war der unerklärlich steile Abfall der Wildform. Die Halbwertszeit von 36 Tagen paßte schlecht zum oben gezeigten, völlig glatten Verlauf der Gesamtzahl mit seit November konstanten ca. 75 Tagen Halbwertszeit. Seit Pfingsten, genauer 22. Mai, stehen hier korrigierte Werte. In der linken Bildhälfte von oben nach unten die Summe der täglichen Neufälle, die Wild-, die britische und die südafrikanische Form. Mir ist klar, diese Graphik mit vier stark überlappenden Punktwolken ist schwer zu lesen, aber hier soll Vollständigkeit und korrektheit vor Schönheit gehen.

Seit Juni 2021 erscheinen Meldungen wenn überhaupt nur lückenhaft in großen zeitlichen Abständen. Die hier dargestellten Zuwächse sind durch Differenzbildung aus den gemeldeten kumulativen Zahlen gerechnet. Im rechten, lückenhaften Bereich des Diagramms handelt es sich folglich nicht um Werte des Tages sondern um den Mittelwert für den jeweils vorausgehenden Abschnitt. Soweit der Verlauf eine Steigung aufweist, ist der wahre Tageswert also noch einmal deutlich höher resp. niedriger anzunehmen. Die Verbindungslinien helfen nur, das Auge von Punkt zu Punkt zu führen, besitzen selbst aber keine oder eine falsche Bedeutung.

Virusvarianten in Köln

Am Mittwoch den 2. Juni 2021 hatten wir nach Korrektur 196 Neuinfektionen, eine Inzidenz von 85 und eine – dem Anschein nach steigende, also den Anstieg verlangsamende – Verdoppelungszeit von 98 Tagen. Die – korrigierte – Verdoppelungszeit der Wildform von heute 660 Tagen entspricht Reff = 1,00, die Verdoppelung der britischen Variante 37 Tage und Reff = 1,08 und die südafrikanische fällt mit 60 Tagen und Reff = 0,95.

Seit mehreren Wochen in Folge publizierte die Stadt Köln eindeutig gelogene, frei erfundene Phantasiezahlen. Würden die Werte wenigstens zusammenpassen, könnte ich das nicht einmal bemerken. Offenbar ist es den Verantwortlichen völlig egal, und sie versuchen nicht einmal mehr, sich beim Lügen Mühe zu geben. Jeden Tag hatten wir weit mehr neue Mutationen als Neufälle insgesamt, also negative(!) Anzahlen von Neuinfektionen mit der Wildform. Seit Montag 10. Mai waren es -117, -310, -170, -4, -144, -318, -280, (221), -125, -56, -47, -89, (10), (63), -44, (25), -24, -25, -109, (6), (31), (3), -28 und -44 Fälle. Ein Blick auf die Wochen davor zeigt klar, es kann sich um keine Meldeverzögerung handeln. Es gibt nur einen plausiblen Weg, die Angabe zu bereinigen, die als Summe gemeldeten Zahlen sind seit Februar nur die der Wildform. Natürlich ist das geraten – daß ein Fehler vorliegt ist zweifelsfrei, aber für eine sichere Korrektur bräuchte ich Einsicht in die Rohdaten.

Die korrigierten Verläufe sehen im Diagramm oben aber ausnahmslos plausibel aus. Die Wildform zeigt auch nach Korrektur seit dem 23. April, eine Woche nach Verhängen der Ausgangssperre, einen leichten Abfall und die Summe ein Plateau. Das dürfte so stimmen.

In den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen scheint jetzt endlich die Wirkung der Impfungen deutlich sichtbar anzukommen. Auch in den korrigierten Daten zagt sich intzwischen ein deutlicher Fall der Neunfektionen und Inzidenz. Achtung, mangels Zugriff auf verläßliche Rohdaten ist diese Korrektur nur geraten. Sie scheint plausibel, aber ohne jede Garantie, daß sie stimmt.

Bundesweit ist der derzeitige Stillstand im Abfall der Sterberate schwer zu erklären und ein Grund zur Sorge. Die sehr langsame Entspannung auf den Intensivstationen dürfte der teilweise langen Verweildauer jüngerer und vorher gesunder Patienten geschuldet sein. Abgaben über Neuzuweisungen oder Abgänge aus Intensivstationen haben wir nicht, nur Belegungssummen.

Betrachtet man oben den Verlauf der Kölner Fälle dann erkennt man – auch ohne die das Auge führenden Hilfslinen – vier klare, gerade Trendverläufe unterbrochen von zwei Übergangsbereichen. Der erste davon war das Wirksamwerden der Maßnahmen und im zweiten fällt die Lockerung zusammen mit dem Kuddelmuddel der Neubewertung und Teilkorrektur der Daten. Der folgende, dritte Trend war seit Anfang Juni stabil und gerade durchlaufend, bis er Ende September als vierter deutlich nach oben ausbrach. Anfang November begann als fünfter Trend ein Konstantbleiben der Fallzahlen und seit Januar eine dritte Welle.

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1

Meiner Quelle entsprechend habe ich für die bundesweiten Zahlen zunächst ein Jahr lang nur die täglichen Werte verwendet. Durch Aufaddieren habe daraus am 2021-06-19 die kumulativen Summen erzeugt. Im Vergleich zu den offiziell Gemeldeten fehlen in meinen Zahlen über die gesamten 476 Tage irgendwo 2 Neufälle und es sind 45 Todesfälle (0,05 %) zu viel. Seitdem vergleiche ich beide Angaben als Prüfziffer.     Zurück

2

Als weiterer freier Parameter geht in die Reproduktionszahl die Generationszeit ein, während die Verdoppelungszeit direkt und ohne weitere Annahmen aus den Daten folgt. Ich habe hier wie das RKI mit einer Generationszeit von vier Tagen gerechnet. Beide Werte beschreiben einen (abschnittsweise) exponentiellen Verlauf. Die Verdoppelungszeit ist die Zeit, in der sich der Wert jeweils verdoppelt und die Reproduktionszahl der Faktor, um den er alle vier Tage ansteigt. Sinnvoll ist die Angabe einer Reproduktionszahl also nur, solange der punktweise gerechnete Wert über eine gewisse Zeit konstant bleibt oder für Abschnitte, die wie oben in der logarithmischen Darstellung eine Gerade annähern. Als tageweiser Streuwert ist sie so aussagefähig wie die Temperaturen zweier Folgetage für eine Klimaprognose.

Die Reproduktionszahl ist hier eine sinnlose Angabe. Sie ist ein Parameter in detaillierten Modellbildungen und ein wichtiger Teil der Beschreibung und Charakterisierung eines Erregers in Medizin und Biologie. Hier, bei der reinen Beschreibung und Bewertung einer Ausbreitung aus Beobachtungsdaten, ist sie unpassend und verwirrt nur. Da aber staatliche Stellen neuerdings nur noch diese nennen, gebe ich sie zur besseren Vergleichbarkeit hier auch an.     Zurück